Carne vale! – Leb’ wohl, Fleisch!
- Katholische Kirche Rüschlikon
- vor 3 Tagen
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Aktualisiert: vor 3 Tagen

Liebe Mitchristen
Der Februar ist liturgisch gesehen ein sehr ereignisreicher Monat: Zu Beginn steht Mariä Lichtmess mit der Segnung der Kerzen, dann folgt der Tag der heiligen Agathe mit der Segnung von Brot (Agathabrot) und schliesslich der Tag des heiligen Blasius mit dem Blasiussegen. In der Regel beginnt auch die Fastenzeit im Februar mit dem Aschermittwoch und dem Aschenkreuz auf der Stirn (oder auf dem Haupt, je nach Brauch).
Vor dem Einstieg in die Fastenzeit mit dem Aschermittwoch ist das bunte Treiben des Karnevals ein grosses Thema in den katholischen Gegenden der ganzen Welt – von Rio de Janeiro bis in den letzten Winkel, in dem es Katholiken gibt. Die reformierten Mitchristen feiern eine Woche später, und zwar nur in der Schweiz. Die Idee dahinter ist, noch einmal richtig zu feiern, bevor man in die Stille und Besinnung der Fastenzeit eintritt.
Der wahre Grund ist allerdings ein anderer: Im bäuerlichen Jahr (vor der Industrialisierung) kam im Februar/März eine Zeit der Not und des Verzichts, da die Vorräte fast aufgebraucht waren, nichts im Garten und auf dem Feld wuchs und die Hühner in der dunklen Jahreszeit kaum noch Eier legten. Nun musste man zusehen, dass man durchkam und überlebte.
Die weise Mutter Kirche verlieh dieser Zeit der Not einen höheren Sinn, damit sie erträglicher wurde und einen frommen Anstrich erhielt. Diese Zeit des notwendigen Verzichts wurde zu einer bewussten und tiefen Vorbereitung auf Ostern. Ein sehr einfühlsames und kluges Vorgehen!
Wir leben glücklicherweise in einer ganz anderen Zeit. Wir bekommen Waren und Lebensmittel aus der ganzen Welt und haben genug von allem. Wir müssen keine Notzeit durchmachen. Deshalb geht diese Zeit an vielen Zeitgenossen fast unbemerkt vorbei. Nur wenige sind es, die am Aschermittwoch bewusst in diese Zeit eintreten und Tiefe suchen. Aber es gibt uns immer noch, und das ist gut so. In Rüschlikon wird am Aschermittwoch, dem 18. Februar, um 18:30 Uhr der Gottesdienst gefeiert und das Aschekreuz ausgeteilt. In Thalwil ist es eine Stunde später (19:30 Uhr), falls es jemandem später besser passt. (Eventuell verlinken.)
Wärmstens empfehle ich als Begleitung durch diese besondere Zeit den Fastenkalender und die gesamte Fastenaktion, die wir – wie immer – im guten ökumenischen Geist durchführen. Wir tragen dazu bei, dass diese Welt besser und gerechter wird. Auch wenn es wenig ist, wirkt es! Machen Sie mit!
Ich werde mich aus dem gesamten „Block” Fastenzeit und Ostern ziemlich heraushalten, da mich meine Therapie immer mehr beansprucht und ich auch spüre, dass ich meine Kräfte dafür brauche. Ich bin froh und dankbar, dass ich bisher die meisten Termine wahrnehmen und mit euch feiern konnte. Nun wird Pater Thomas Sebastian einspringen, ein Kapuzinerpater aus Indien, der ein grossartiges Projekt in Sambia leitet. Darüber wird er am Palmsonntag 2025 in unserer Kirche berichten. Ich freue mich darüber, dass er kommt, und bin froh, euch und Sie, liebe Gemeinde, in gute Hände abgeben zu können, bis ich wieder genesen bin. Ich bin auch unserer Kirchenpflege dankbar, dass sie dem zugestimmt hat, sowie unserem Personalverantwortlichen, Herrn Thomas Pandiani, der sich um die Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis für zwei Monate gekümmert hat. Auch unser Bischof von Chur und der Generalvikar von Zürich haben uns in diesem Prozess tatkräftig unterstützt.
Ich werde bis zum 18.02. Bestrahlungen in Kombination mit Chemotherapie erhalten. Danach braucht mein Körper voraussichtlich sechs Wochen, um sich zu normalisieren, damit ich Ende März/Anfang April operiert werden kann. Danach wird noch eine Chemotherapie (aber „nur” oral) folgen, und dann hoffe ich, diese schlimme Zeit definitiv hinter mir zu haben. Ich tue mein Bestes, die Ärzte ebenfalls, und Sie und ihr könnt mich weiterhin mit Gebeten unterstützen. Ich weiss, dass ich darauf zählen darf, und das gibt mir die nötige Kraft. Ich werde mich dann, so Gott will, im März-Newsletter melden. Ich werde nur sporadisch per E-Mail oder Telefon erreichbar sein, wenn überhaupt, da mein Immunsystem geschwächt ist. Aber ihr seid ja in guten Händen bei unserem bewährten Team und bei Pater Thomas.
Nun wünsche ich euch und Ihnen eine gute Karnevalszeit, eine tiefe und fruchtbare Fastenzeit und vor allem gute Gesundheit und Gottes Segen.
Ihr Pfarrer Josip Knežević



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