top of page

«Kinder werden durch das erzogen, was der Erwachsene ist, und nicht durch das was der Erwachsene schwatzt» C.G. Jung

Liebe Pfarreiangehörigen, liebe Schwestern und Brüder


Dieser Newsletter erreicht euch nicht aus Kanada, wo wir eigentlich sein wollten, sondern aus der Schweiz, wo wir gezwungenemassen geblieben sind, weil ich mich noch erholen und wieder «normalisieren» muss. Aber das soll normal sein nach der Rückverlegung von Stoma. Nun braucht es Geduld und Zeit, die Geduld muss ich noch lernen, aber die Zeit nehme ich mir.


Und das ist so eine Sache: hat man endlich Zeit ohne Termine und Stress, dann denkt es viel, das Gehirn kann man eben nicht abstellen. Vielleicht geht es euch auch so in den Ferien. Und da kommt mir das in den Sinn, was mich beschäftigt. Das ist nicht meine Gesundheit, sondern die Tatsache, dass wir für das kommende Schuljahr einige Abmeldungen vom Unti haben, das macht mir Sorgen. Ich will euch Eltern nicht ins Gewissen reden oder eine Standpauke halten, aber ich muss meine Gedanken und Sorgen mit Euch teilen: Erziehung ist enorm wichtig, wenn auch anstrengend und fordernd. Auch jetzt in den Ferien: die Kinder haben endlich eine schöne Zeit mit Euch, ihr habt eine schöne Zeit mit euren Kindern, vielleicht ergibt es sich, dass es ein tieferes Gespräch gibt. Wenn man ständig von den Naturkatastrophen und Kriegen hört, kommen die Sorgen hoch, auch bei den Kindern, und die sollten wir ernst nehmen.


Ich behaupte einfach, dass vieles, was uns jetzt Sorgen macht, von uns selbst verursacht ist: Viele leben nach dem Motto «mir händ und vermögen es» und machen sich wenig Gedanken über die Folgen von solchem Denken. Und wenn es die Schuldigen braucht, sind es meistens die anderen. Aber wenn wir weiterhin alles auf die Anderen schieben, wird es nie ernst mit dem Umdenken und der dringend nötigen Veränderung. Ich sage das nicht von oben herab, wir wären auch nach Kanada geflogen, wenn es möglich wäre. Es gibt halt keine Alternative, Schwimmen und Paddeln wäre zu lange. Aber Handlungen, die eine gute und machbare Alternative haben kann man schon finden, wenn man will. Vielleicht nimmt man sich Zeit, ins Geschäft zu Fuss zu gehen, statt mit dem Auto zu fahren? Vielleicht isst man regionales und saisonales, statt exotisches und exklusives, was über viele Kilometer transportiert wurde. Vielleicht stellt man für ein paar Stunden das Natel (und Fernseher) mal ab (brauchen viel Strom, nicht nur für das Akku, sondern auch für die vielen Server und den enormen Aufwand im Backoffice) und spielt die guten alten Brettspiele mit der Familie (in den Ferien kann man sich die Zeit dafür nehmen) und geniesst die Familienzeit oder die Zweisamkeit? Es sind viele Möglichkeiten, ihr kommt ja selber drauf. Und sie können Diskussionen auslösen und zu einem guten Gespräch oder auch einer deutlichen Grenzsetzung führen, und das ist dann die Erziehung! Womit wir beim Punkt wären: unsere Kinder brauchen nicht nur unser Geld und unsere Geschenke, sondern auch unsere Zeit und unsere Zuwendung. Sie brauchen Wertevermittlung und klare Grenzen, damit sie sich im Leben orientieren können. Und wo sollen sie es bekommen? In der Familie! Nicht nur durch Gespräche über falsch und richtig, gut und böse, sondern auch durch unser eigenes Wertesystem! Die Kinder lernen enorm viel durch die Nachahmung! Das hat nicht nur der grosse Carl Gustav Jung gesagt, sondern in vielen Varianten viele Psychologen, Pädagogen, Lehrer, Priester…. Diese Erfahrung spiegelt die Erkenntnis vieler Generationen, aber wir lassen sie immer wieder ausser Acht. Und schlimmer noch, einige setzen auch falsche Prioritäten: Eine Sportart oder ein Hundetraining ist nicht wichtiger als charakterliche Formung unserer Kinder!


Wir versuchen als Pfarrei und Kirchgemeine die Eltern in dieser wichtigen Aufgabe in der jeweiligen Phase des Lebens unserer Kinder zu unterstützen, aber wenn die Kinder nicht in den Unterricht kommen, dann erreichen wir sie nicht! Sport kann wichtig sein, ja eine richtige Zukunftsperspektive sein, aber wenn sich selbst Spitzensportler nicht zu benehmen wissen (haben wir bei der kürzlichen WM zur genüge gesehen), ist es schade! Es ist traurig, wenn solche Leute offen zeigen, dass sie keine Erziehung haben! Nicht nur beim Faulspiel, ein Herumspucken und herablassend reden ist auch Zeichen genug!


Die Kinder brauchen Hilfe, das ist normal. Sie brauchen unsere Hilfe, und das ist unsere Aufgabe! Eine enorm wichtige Aufgabe!


Lasst es uns gemeinsam anpacken, mit Gottes Hilfe! Ihr das eurige, wir das unsrige! Für unsere Kinder und ihre Zukunft.


Vielleicht denkt ihr darüber nach in dieser ruhigeren Zeit. Ihr seht, dass viele Probleme, die wir jetzt haben, nur Folgen sich falscher Prioritäten in der Vergangenheit (immer nur das BSI steigern ist falsche Ökonomie, sehen wir jetzt), es wäre klug, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen, statt diese zu wiederholen und die nächste Generation (unsere Kinder) dafür büssen zu lassen! Aber es ist eure Entscheidung, dieser Newsletter ist nur meine Anregung 😊


Schöne Zeit noch, Gottes Segen und vor allem gute Gesundheit, auch in der Prioritätensetzung.


Euer Pfarrer Josip

Kommentare


Katholische Kirche Rüschlikon

Schloss-Strasse 28
8803 Rüschlikon

E-Mail-Adresse: rueschlikon@kath-tharue.ch

Telefon: 043 388 20 20, Notfall-Nr. 043 388 20 23

Öffnungszeiten Sekretariat:

Montag:         08.30-11.30 Uhr

                       13.30-16.00 Uhr

Dienstag:       08.30-11.30 Uhr

Mittwoch:      08.30-11.30 Uhr

                       13.30-16.00 Uhr

Donnerstag:  08.30-11.30 Uhr

Freitag:          08.30-11.30 Uhr

Newsletter abonnieren

Danke für die Nachricht!

© 2025 Kath. Kirche Rüschlikon AGB  |  Impressum  |  Datenschutz 

bottom of page