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Das Leben siegt! Sicher!

Liebe Mitchristen


Dieser Newsletter kommt aus der Rehaklinik Gais. Ich erlebe gerade eine Explosion des Lebens um mich herum: Alle Knospen springen auf – hier wegen der Höhe etwas später als im Unterland –, es blüht und summt auf der Wiese und das Leben spriesst in zigfacher Form aus den scheinbar toten Ästen. Es ist ein unübersehbarer Sieg des Lebens! Das erinnert mich an meine eigene Situation: Nach so vielen Komplikationen, bei denen fast alles schiefging, was schiefgehen konnte, bin ich auf dem Weg der Besserung. Ich habe das Gefühl, dass es nun wirklich nur in die eine gute Richtung geht – es wird immer besser von Tag zu Tag, das Leben wird immer spürbarer. Ich bin dankbar, nicht zuletzt auch euch und Ihnen, für die unzähligen Gebete und Gedanken, die mich begleitet und gestärkt haben.


Noch knapp zwei Wochen werde ich hier bleiben. Am 12. Mai hoffe ich, erholt wieder in Rüschlikon zu sein. Ich freue mich schon jetzt auf die Heilige Messe am Fest der Himmelfahrt Christi (Christi Himmelfahrt), zumindest mit denen, die dann nicht ins lange Wochenende gefahren sind. Danach werde ich wieder schnell verschwinden – nicht ins lange Wochenende, sondern zum Kurstreffen im grossen Kanton. Wir feiern dieses Jahr das 35-jährige Jubiläum unserer Priesterweihe.


Danach beginnen verschiedene Anlässe, die uns über den eigenen Kirchturm hinausblicken lassen: Pfingsten, am Wochenende darauf der Diözesantag in Zürich am Hauptbahnhof am Sonntag, dem 31.05. (am Samstag findet die „normale” Messe in der Kirche statt, am Sonntag sind wir alle nach Zürich eingeladen, die Messe beginnt um 10:30 Uhr), und dann ist schon Juni. Die Zeit vergeht wie im Flug.


Umso wichtiger ist es, die Zeit gut zu nutzen, sich des geschenkten Lebens bewusst zu werden und es zu leben! Es ist so zerbrechlich. Wir haben das kürzlich sehr schmerzlich erfahren durch den Verlust von Marie-Francette Dubach. Der einzige Trost ist, dass ich weiss, dass sie ihr Leben sehr intensiv und bewusst gelebt hat. Und sie hat in der kurzen Zeit, die ihr geschenkt wurde, sehr viel bewirkt. Sie hat sehr viel Leben in die wenigen Jahre gebracht, die ihr geschenkt wurden.


Mir drängt sich immer mehr die Erkenntnis auf: Das Leben muss gelebt werden! Viele lassen sich oft mit Banalitäten ablenken, von flüchtigen Zielen verführen. Viele vegetieren und existieren, aber sie leben nicht! Das ist schade, nicht nur, weil es schnell zu Ende sein kann oder weil man eine gefährliche Krankheit in sich trägt, sondern auch, weil das Leben – selbst das aus menschlicher Sicht kurze Leben – ein Geschenk von jemandem ist, der uns liebt. Und weil dieses irdische Leben nur eine Dimension des Lebens ist. Es gibt eine Dimension vorher – die Idee Gottes, dass es mich/dich gibt – und eine nachher, in der wir in das wahre Leben eintreten, wenn wir zum Vater heimkehren. Diese anderen Dimensionen übersehen wir schnell, obwohl wir digital unterwegs sind. Digital ist eine Form der Existenz, die die meisten von uns nicht verstehen, aber täglich damit umgeben sind. In der Osterzeit und im Frühling können wir diese andere Dimension jedoch hautnah erleben: Sie ist das wahre Leben, das sogar den Tod besiegt! Jesus ist diesen Weg gegangen. Er hat das Tor zum Himmel – so nennen wir diese andere Dimension des Lebens – aufgestossen und für alle, die kommen, offen gelassen, auch für dich und mich. Anstatt zu jubeln und uns zu freuen, lassen wir uns einreden, dass der Tod eine Tragödie ist. Wir lassen uns Angst machen und manipulieren, anstatt gelassen in der inneren Gewissheit zu leben, dass nicht einmal der Tod das Leben besiegen kann. Das leere Grab zeigt es, und unser Glaube gibt es von Generation zu Generation weiter. Und so viele Osterlieder besingen es: Das Leben lebt!


Ich habe viel Zeit zum Nachdenken gehabt und habe sie immer noch. Ich kann euch allen sagen: Je mehr man sich mit dem biologischen Tod beschäftigt, desto mehr wird man für das Leben befreit – nicht nur einmal im Himmel, sondern auch hier und jetzt, in dieser Dimension! Der Tod verliert seinen Schrecken, weil das Leben siegt. Der Tod geliebter Menschen tut zwar nach wie vor weh, aber der Glaube lässt ein Licht in der Finsternis leuchten, das immer stärker wird, je mehr der Schmerz nachlässt.


Noch nie habe ich Ostern so erlebt wie dieses Jahr, und noch nie wurde ich so intensiv vom Leben durchströmt wie in dieser schweren Zeit. Das möchte ich euch allen mitgeben, weil ihr mich mitgetragen habt: Ihr müsst das nicht selbst erleben, aber ihr könnt dem glauben, der es erlebt hat. Das Leben siegt! Immer! Oder, wie unser Pfarrer Josip 😊 zu sagen pflegt: Am Ende kommt es gut. Wenn es nicht gut ist, ist auch nicht das Ende. Am Ende kommt es gut!


In diesem Sinne seid gesegnet, bleibt gesund und wendet euch immer wieder dem wahren Leben zu!


Euer Pfarrer Josip

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