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Die Liebe, die einfach da ist!

Liebe Abonnenten, liebe Mitchristen,

 

Willkommen im Juni, aber ich schaue noch einmal zurück: Ende Mai haben wir Fronleichnam gefeiert. Ein typisch katholisches Fest des Glaubens an die immerwährende Präsenz Gottes in unserer Welt unter den Zeichen des Altarsakramentes. In den katholischen Gegenden wird dieses Fest mit Prozessionen gefeiert, schöne Altäre werden aufgebaut, Blumenteppiche gestaltet, selbst Nichtkatholiken finden dieses Fest schön!

Das Problem bei diesem Fest ist eben der theologische Diskurs zwischen den verschiedenen christlichen Konfessionen, in dem es um tief theologische Inhalte geht: die reale Präsenz, die Transsubstantion, Transformation und Ähnliches.

Ich glaube aber nicht, dass Jesus, als er beim letzten Abendmahl die berühmten Worte: «Dies ist mein Leib!» bzw. »Dies ist mein Blut!» gesprochen hat, theologische Höhenflüge auslösen wollte! Sicher auch nicht den Streit unter den Konfessionen!

Ich glaube vielmehr, dass Er einen genialen Weg gefunden hat, unter uns zu bleiben, uns zu ermöglichen, seine immerwährende Liebe zu spüren! Ich gehe zwar zum Sterben, aber ich bleibe auf eine geheimnisvolle Weise immer unter euch! Ihr seid nie allein und verlassen! Einfach genial!

Das andere Problem (neben den theologischen Diskursen) ist unsere Unfähigkeit an diese Gegenwart zu glauben!

Wir fangen sehr schnell an, unsere Argumente und Gegenargumente zu bringen, unser Verstand steht uns oft im Wege, weil wir unseren Verstand als höchste Instanz betrachten (obwohl unser Verstand nicht einmal die Liebe erklären kann, die wir spüren, geben und bekommen) und wir wenden uns von diesem Thema ab. Schade!

Wenn wir das Abenteuer wagen würden, die Genialität Jesu erkennen und uns mit der Intention von Jesus mehr beschäftigen würden (er wollte bei uns bleiben, er schenkt sich uns in diesem Sakrament spürbar und fühlbar) und die Liebe dahinter entdecken würden, dann könnte vieles in unserem Leben anders und viel besser laufen! Da bin ich sicher, da spreche ich aus persönlicher Erfahrung! Aber eben, es sind viele Konjunktive da: könnte, würde…

Der beste Weg ist – da bin ich wieder auf dem Boden des empirischen und rationalen – es wirklich auszuprobieren! Versuchen Sie einfach in der Kirche bei der nächsten Gelegenheit mit Jesus ins Gespräch zu kommen: leise, in Gedanken! Sagen Sie es ihm (der da beim ewigen Licht irgendwo im Tabernakel = Zelt sein soll und nach meiner Erfahrung auch ist) direkt, fassen Sie ihre Gedanken und Zweifel in Worte, sagen Sie Ihm alles, was Ihnen auf dem Herzen liegt! Und wenn alles gesagt wurde, hören Sie, was für Gedanken in Ihrem Kopf (oder Herz, oder einfach in Ihnen drin) entstehen. Einfach zuhören und merken, dass es auf einmal nicht nur eigene Gedanken sind, sondern Anstösse wie von Jemandem anders! Und dann wird es prickelnd! Wenn Sie sich dann auf einen Dialog einlassen, werden Sie merken: ER ist wirklich da! Und mit IHM kann man über alles reden und sich austauschen!

Oft klären sich dann eigene Unklarheiten, Antworten kommen (die man vielleicht nicht erwartet hat) und es kehrt eine Ruhe ein, die gut tut!

Später werden Sie vielleicht das Gefühl haben, dass es eigentlich ihre eigenen Gedanken sind, dass nichts «spektakuläres» geschehen ist, aber das ist gut so: Jesus will uns nicht zu jemand anderem umkrempeln, sondern helfen, dass wir unsere guten Seiten entdecken und entfalten! Und der Friede, die innere Ruhe und eine tiefe Gelassenheit entwickeln sich immer mehr und helfen auch im grössten Stress! Probieren Sie es aus! Es lohnt sich!

 

In diesem Sinne eine gute Zeit und einen schönen Weg in die Tiefe, den zu sich selbst und den Weg zu Gott, der tief in uns unsichtbar wohnt und sichtbar im heiligen Sakrament des Altares, nicht nur an Fronleichnam sondern in jeder Messe, in jeder Kommunion, in jeder bewusst verbrachten Zeit, in seinem Haus, überall auf der Welt, wo das Ewige Licht leuchtet und sagt: Willkommen, schön, dass Du mit mir sprichst!

 

 

Euer Pfarrer Josip

 

 

 

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