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Nun wird der Rucksack wieder gepackt und aufgeladen…

Liebe Mitchristen


Ich hoffe, ihr konntet in den Ferien Ruhe und Erholung finden und die Inhalte der Vergangenheit verarbeiten. In der Ruhe kommen einem Gedanken in den Sinn, die dabei helfen, Altlasten abzulegen und den Rucksack zu leeren. Manchmal reicht es auch, zu akzeptieren, dass man manche Dinge nicht ändern kann. Wir versöhnen uns mit diesem oder jenem Teil unseres Lebens, den wir ohnehin nicht mehr ändern können. Wir akzeptieren das Unabänderliche. Das kann grosse Erleichterung schaffen. Und es ist weise.


Ich freue mich, wenn ich in den Ferien sehe, dass ich doch nicht so perfekt bin, wie ich es gerne hätte, und lerne, das zu akzeptieren: von einem krummen Nagel, den man eigentlich „mit links” einschlagen kann, bis zu den Dingen, die das eigene Ego tiefer kratzen, aber einem erst durch den einen oder anderen Fehler bewusst werden. Es „bodigt” zwar, aber es befreit auch: Ich bin nur ein Mensch und darf auch mit meinen Fehlern sein. Ich finde es wichtig, sich vor allem in den Ferien mit dem eigenen Rucksack zu beschäftigen, um sich das Leben leichter zu machen. Wenn man länger an einem „Thema” verweilen kann und nicht von Terminen weitergeschwemmt wird, ist das besonders gut möglich. Ich hoffe, dass es Ihnen/euch auch gelungen ist, ansonsten versuchen Sie es bei nächster Gelegenheit.😊


Nun kommt der Alltag wieder, die Schule hat angefangen und wir werden alle unausweichlich das eine oder andere in unseren Lebensrucksack packen: das Wichtige und Nützliche ebenso wie das Belastende und Unveränderbare. Auch der traditionelle ökumenische Badi-Gottesdienst steht unter diesem Motto: „‹Ich pack in min Rucksack…›”, weil unsere Kinder auch ihre Rucksäcke (nicht nur für die Schule) packen, Erfahrungen sammeln und lernen. Das ist gut und wichtig.


Mir ist es wichtig, dass wir lernen, die Ferienerfahrungen in den Alltag zu übertragen. Ich mache jeden Abend eine kleine „Rückschau” (früher hat man das „Gewissensforschung” genannt, und das Wort gefällt mir immer noch) und schaue, was ich erlebt oder getan habe und was davon wert ist, in die tieferen Fächer meines Rucksacks abgelegt zu werden und was nicht. Man kann nicht vermeiden, dass auch negative Erfahrungen entstehen – und manchmal sind sie viel lehrreicher als positive –, aber man kann lernen, sie richtig einzuordnen, damit sie nicht zur Belastung werden. Eine sehr intensive Erfahrung ist der Verlust eines lieben Menschen. Nach der Zeit der Trauer entscheiden wir, ob wir diese Erfahrung als Verlust oder als Erinnerung an die guten Momente wahrnehmen. Natürlich tut am Anfang alles weh, auch die schönen Momente, weil sie vom Verlust geprägt sind. Es ist eine persönliche Entscheidung, die jeder und jede für sich erarbeiten muss.


Ähnlich ist es, wenn ich Unrecht erleide: Steigere ich mich in das Gefühl, immer die falsche Karte zu ziehen, immer alles ausbaden zu müssen, dass alle gegen mich sind, bis hin zum Gefühl, dass mich Gott auch verlassen hat? Oder schaue ich das erlittene Unrecht an, stelle fest, dass es wirklich Unrecht war, aber ich es ertragen habe, ohne daran zu zerbrechen, und nun vielleicht vorsichtiger und weiser geworden bin? Damit verwandle ich eine negative Erfahrung bewusst in eine Kraftquelle, die mich stärkt.


In diesem Sinne wünsche ich uns einen guten Start nach den Ferien, viele gute und wertvolle Erfahrungen und die Weisheit, damit umzugehen, ohne uns unnötig zu belasten. -

Euer Pfarrer Josip (immer noch aus den Ferien in Kanada 😊)

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